Sys­te­mi­sches Fami­li­en­stel­len

Sys­te­mi­sches Fami­li­en­stel­len: Die ver­bor­ge­nen Wur­zeln unse­rer Kraft

Wir Men­schen sehen uns ger­ne als unab­hän­gi­ge Indi­vi­du­en, die ihr Leben frei gestal­ten. Doch in Wahr­heit sind wir kei­ne ein­sa­men Inseln. Wir sind Teil eines gro­ßen, über Gene­ra­tio­nen gewach­se­nen Bezie­hungs­ge­flechts: unse­rer Fami­lie.

Wie Wur­zeln eines Bau­mes, die tief in der Erde ver­bor­gen lie­gen, aber ent­schei­dend für die Gesund­heit der Kro­ne sind, wir­ken auch unse­re fami­liä­ren Bin­dun­gen im Ver­bor­ge­nen. Das Fami­li­en­stel­len (oft nach Bert Hel­lin­ger benannt) ist eine kraft­vol­le Metho­de, um einen Blick unter die Ober­flä­che zu wer­fen und das unsicht­ba­re “Betriebs­sys­tem” Ihrer Fami­lie sicht­bar zu machen.

Das unzer­stör­ba­re Band: Wir sind alle ver­bun­den

Die Grund­an­nah­me die­ser Arbeit ist berüh­rend ein­fach: Jedes Mit­glied einer Fami­lie – ob lebend oder bereits ver­stor­ben, ob bekannt oder ver­schwie­gen – hat einen fes­ten Platz im Fami­li­en­sys­tem. Es gibt ein tie­fes, unzer­stör­ba­res Band der Zuge­hö­rig­keit, das stär­ker ist als Zeit, Tod oder Kon­flik­te.

Stel­len Sie sich Ihre Fami­lie wie ein fein aus­ba­lan­cier­tes Mobi­le vor, das von der Decke hängt. Jedes Teil hat sei­nen Platz und hält das Gan­ze im Gleich­ge­wicht.

Wenn die Ord­nung der Lie­be gestört ist

Manch­mal wird die­ses Gleich­ge­wicht durch schwe­re Schick­sals­schlä­ge dra­ma­tisch gestört. Ereig­nis­se wie Krieg, frü­her Tod von Eltern oder Kin­dern, Ver­trei­bung, Schuld oder das Aus­gren­zen eines “schwar­zen Scha­fes” hin­ter­las­sen Spu­ren im Sys­tem.

Wenn ein sol­ches Ereig­nis nicht ver­ar­bei­tet oder gewür­digt wur­de, kann es pas­sie­ren, dass nach­fol­gen­de Gene­ra­tio­nen – aus einer tie­fen, unbe­wuss­ten Loya­li­tät her­aus – die Las­ten der Vor­fah­ren mit­tra­gen.

Wir nen­nen das “Ver­stri­ckung”. Viel­leicht füh­len Sie eine Schwe­re, die nicht zu Ihrem aktu­el­len Leben passt. Viel­leicht wie­der­ho­len Sie immer wie­der die glei­chen Bezie­hungs­mus­ter oder lei­den unter Sym­pto­men, für die es kei­ne medi­zi­ni­sche Erklä­rung gibt. Oft ist dies ein Hin­weis dar­auf, dass Sie im “Mobi­le” Ihrer Fami­lie nicht an Ihrem eige­nen Platz ste­hen, son­dern unbe­wusst die Posi­ti­on eines ande­ren ein­ge­nom­men haben, um das Sys­tem zu sta­bi­li­sie­ren.

Das Unsicht­ba­re sicht­bar machen: Der Ablauf einer Ein­zel­sit­zung

In mei­ner Pra­xis in Frank­furt arbei­te ich im geschütz­ten Rah­men der Ein­zel­the­ra­pie. Wir brau­chen dazu nicht Ihre ech­te Fami­lie ein­zu­la­den.

Wir nut­zen stell­ver­tre­tend Spiel­fi­gu­ren oder Boden­an­ker, um Ihr inne­res Bild der Fami­lie im Außen auf­zu­stel­len. Sie posi­tio­nie­ren die Figu­ren so, wie es Ihrem Bauch­ge­fühl ent­spricht. In dem Moment, wo das inne­re Bild im Außen steht, geschieht oft etwas Erstaun­li­ches: Die ver­bor­ge­ne Dyna­mik wird plötz­lich sicht­bar.

  • Wer schaut wen an?
  • Wer steht im Abseits?
  • Wer fehlt?

Wir betre­ten ein soge­nann­tes “wis­sen­des Feld”. Sie kön­nen plötz­lich spü­ren, wie sich die ein­zel­nen Posi­tio­nen anfüh­len. Wir erken­nen, wo die Lie­be fließt und wo sie blo­ckiert ist.

Lösen, was bin­det – Fin­den, was trägt

Das Ziel einer Auf­stel­lung ist nicht die Ana­ly­se, son­dern die Lösung. Wenn wir erkannt haben, wo die Ord­nung gestört ist, kön­nen wir sie behut­sam wie­der­her­stel­len.

Dies geschieht oft durch das Aner­ken­nen des­sen, was war. Indem wir den Aus­ge­grenz­ten wie­der einen Platz im Her­zen geben oder indem wir sym­bo­lisch Ver­ant­wor­tung dort­hin zurück­ge­ben, wo sie hin­ge­hört (näm­lich zu den frü­he­ren Gene­ra­tio­nen), kann sich der “Kno­ten” im Sys­tem lösen.

Das Ergeb­nis ist oft ein tie­fes Gefühl der Erleich­te­rung. Wenn jeder sei­nen rich­ti­gen Platz ein­nimmt, kann die ursprüng­li­che Kraft der Fami­lie wie­der frei flie­ßen – als Rücken­wind für Ihr eige­nes Leben, statt als Last auf Ihren Schul­tern.


Sind Sie bereit, Ihren eige­nen Platz ein­zu­neh­men? Las­sen Sie uns gemein­sam mit Behut­sam­keit und Respekt auf Ihre Wur­zeln schau­en. Ver­ein­ba­ren Sie einen Ter­min für eine sys­te­mi­sche Ein­zel­sit­zung bei Heil­prak­ti­ker Mulit­ze in Frank­furt.